Herbstliches 3-Gänge-Menü

7 Nov

Gestern stand wieder  eine Geburtstagsfeier auf dem Plan. Üblicherweise ein Tag für „irgendwas Schnelles, wovon möglichst viele sattwerden“, dieses Mal, dank eines neuen Kochbuchs, der perfekte Anlass, mal „was Richtiges“ zu kochen. Los ging’s mit dem Vorspeisensalat und einer Vinaigrette, die zum Dahinschmelzen lecker war…

 

Vorspeise: Herbstsalat mit Rahmkuchen

400 ml Traubensaft oder Portwein
1 Nelke
2 Sternanis
4 EL Balsamico
6 EL neutrales Öl (Sonnenblume)
2 EL Walnussöl
Salz, Pfeffer
1 Radicchio
2 Chicorée
8 Dörrpflaumen
gekochte Rote Beete
ein paar dunkle Trauben und Walnüsse
gehobelter Parmesan oder Gorgonzola-Stücke

 

Das Aufwändigste daran ist die Vinaigrette, für die ihr erstmal den Traubensaft mitsamt Pflaumen, Anis und Nelke aufkocht. Nach 10 Minuten Pflaumen herausnehmen und halbieren, Gewürze entfernen. So lange köcheln, bis die Menge sich erheblich reduziert hat (ca. 8 Esslöffel dickflüssiger Sirup bleiben übrig). Mit Salz und Pfeffer würzen, dann Balsamico dazugeben und anschließend beide Öle langsam unterrühren. Abschmecken und bei Bedarf ein bisschen Zucker hinzufügen. Allein die Farbe ist schon den Aufwand wert😉

Chicorée und Radicchio waschen, Stunk entfernen, grob zupfen bzw. schneiden. Trauben und Pflaumen halbieren, Gorgonzola in mundgerechte Stücke teilen, Rote Beete dünn schneiden. Die Walnüsse in ein bisschen Butter anbraten, etwas Zucker darüber geben und auf den fertig angerichteten Salat streuen.

 

Dazu gab’s kleine Hefekuchen mit Rahm:

500 g Mehl
30 g Hefe
80 ml lauwarme Milch
250 ml lauwarmes Wasser
1 TL Salz
6 EL neutrales Öl
500 g Schmand
2 Eier
Salz, Pfeffer, Kümmel

 

Hefe in der warmen Milch auflösen und in der Mitte des gesiebten Mehls einen kleinen Vorteig herstellen, eine Viertelstunde gehen lassen. Danach das Wasser langsam mit den Knethaken unterarbeiten, anschließend Öl und Salz zugeben. Teig erneut gehen lassen, bis er sich die Menge verdoppelt hat.

Anschließend ca. 10 kleine, runde Fladen aus dem Teig machen und mit der Schmandmasse (Schmand, Eier, Pfeffer, Prise Salz) bestreichen, dann etwas Kümmel darüberstreuen. Bei 230°c ungefähr 20 Minuten im Ofen backen.

 

Hauptgang: Tilapia an Ingwer-Butter

Der Hauptgang bestand aus Tilapia (Buntbarsch) mit Ingwer-Limetten-Butter, schwedischen Kartoffeln und geschmortem Gemüse. Wer eine extra Sauce dazu möchte, kann beispielsweise einfach die Schmandmasse vom Rahmkuchen der Vorspeise bisschen strecken und als Sour-Cream-Alternative zu den Kartoffeln reichen.

125 g Butter + ein bisschen extra Butter für die Kartoffeln
geriebene Schale einer Limette
Saft einer  Limette
2 Stückchen gehackter, frischer Ingwer
Schnittlauch
4 Tilapia-Filets oder anderer Fisch (Lachs, Dorsch…)
12 kleine Kartoffeln
Paprika, Tomaten, Zwiebeln, Zucchini – soviel ihr mögt
Salz, Pfeffer

 

Los geht’s mit den gefächerten Kartoffeln. Nehmt euch einen Löffel, legt eine Kartoffel darauf und schneidet sie ein – wer es ohne Löffel schafft, die Kartoffeln nicht durchzuschneiden, kann es natürlich auch ohne machen. Legt sie eng nebeneinander in eine gut gefettete Form, salzt sie kräftig und gebt etwas Butter auf jede einzelne Kartoffel. Bei 230°c Grad brauchen die Kartoffeln mindestens 45 Minuten, plant lieber etwas mehr Zeit ein.

Danach bereitet ihr den Fisch vor. Legt ihn auf ein Backblech mit Backpapier (etwas mit Butter eingerieben) und beträufelt ihn mit der Hälfte des Limettensafts, gebt Salz und Pfeffer dazu. Der Fisch muss nun mindestens 30 Minuten so marinieren, dann könnt ihr ihn einfach mit zu den Kartoffeln in den Ofen schieben. Da er relativ dünn ist, braucht er nur ca. 8 bis 10 Minuten, dickere Filets (z.B. vom Lachs) sind nach einer knappen Viertelstunde fertig, leicht rosa. Wenn ihr den Fisch lieber ganz durch möchtet, lässt ihr ihn noch etwas im Ofen.  Butter mit Ingwer, Limettenschale und -saft gut vermengen (am besten geht’s mit dem Zauberstab oder der Küchenmaschine) und auf den fertigen Fisch geben, abschließend mit etwas Schnittlauch bestreuen.

Das Gemüse in grobe Stücke schneiden und in Olivenöl anbraten – zuerst Paprika, die brauchen am längsten, dann Zucchini, am Ende Tomaten. Schmeckt es mit Pfeffer und Pfeffer ab, gebt je nach Geschmack Kräuter dazu (Thymian, Rosmarin passen sehr gut).

 

Dessert: Lamingtons

Zum krönenden Abschluss: Lamington, ein australischer Schwammkuchen. Wer es nicht ganz so gehaltvoll mag, kann auf die Füllung verzichten…aber dann schmeckt’s nur halb so gut😉

 

 

6 Eier
1 Tasse Zucker
2 Tassen Mehl
2 TL Speisestärke
2 TL + 4 TL Butter
6 TL + 2 Tassen kochendes Wasser
4 Tassen Puderzucker
8 TL Kakao
1 Packung Kokosraspeln
2 Päckchen Vanillezucker
1 Becher Sahne
1 Päckchen Sahnesteif

 

Eiweiß steif schlagen, dann den Zucker einrieseln lassen. Eigelb, Mehl und Stärke dazugeben. 2 TL Butter in 6 TL kochenden Wassers auflösen, unterrühren. Jetzt benötigt ihr eine Form, die ungefähr 40 x 40 cm ist, damit der Kuchen überall gleich hoch wird. Bei 175°c Grad ca. 20 Minuten backen. Der Teig wird relativ fest, also keine Sorge😉

Nachdem der fertige Kuchen mindestens einige Stunden kühl geruht hat, könnt ihr ihn aus der Form lösen und in Würfel schneiden. Vermischt Puderzucker, 1 Päckchen Vanillezucker, Kakao, 4 TL Butter und 2 Tassen kochendes Wasser miteinander und wendet die Kuchenstücke darin, danach in den Kokosflocken. Trocknen lassen. Für die Creme-Variante schlagt ihr danach mit Sahnesteif und dem zweiten Päckchen Vanillezucker die Sahne, schneidet die Würfel mittig auf und füllt sie damit.

 

Alle Rezepte lassen sich natürlich prima variieren, insbesondere beim Salat kann man einige Sachen wie Pflaumen oder Rote Beete, die nicht jeder mag, einfach weglassen oder durch gebratene Pilze o.ä. ersetzen. Lecker war’s – der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt🙂

11 Antworten to “Herbstliches 3-Gänge-Menü”

  1. fraunilsson November 7, 2010 um 6:42 pm #

    Oh, das sie unheimlich gut aus! Wäre es mir für meinen Ein-Frau-Haushalt nicht zu aufwändig, würde ich es sofort nachkochen.

    An dieser Stelle wollte ich dir kurz sagen, dass ich dir soeben einen Award für deinen Blog weitergereicht habe, den Ada Mitsou mir geschenkt hat.

    Liebe Grüße,
    Constanze
    (http://ruhemusikbuch.wordpress.com/)

  2. Ailis November 7, 2010 um 7:38 pm #

    Wow! Ich bin ein bisschen sprachlos… Warum hast du nicht öfter für uns gekocht?😀
    Ach, und übrigens: ich WAR heute morgen dein Fan!😉

  3. Ailis November 7, 2010 um 7:39 pm #

    Öhm, das klingt jetzt missverständlich: ich bin es natürlich immer noch!😀 Wollte nur betonen, dass ich in der Tat dran gedacht habe!

  4. Schneewittchen November 7, 2010 um 8:18 pm #

    Oh, das ist ja toll😀 Den Anfang hättet ihr überhören sollen…ICH war richtig, muss ich dazu sagen, um meine Ehre zu retten😀 Ich koche mal für euch, keine Sorge, kannst dir schon überlegen, was😉

  5. Ailis November 7, 2010 um 8:31 pm #

    Da hat einer schief getrötet, oder?😀 Mein Ohr ist da ja nicht so geübt, aber ich fürchte, das war nicht zu überhören.😀
    Aber der Chor hat mir gefallen!

  6. Schneewittchen November 7, 2010 um 9:21 pm #

    Ja, unser Chef höchst selbst war’s😀 Aber er ließ sich leider nicht überzeugen, die ganze Sache doch einfach zu lassen. Auch egal, wenigstens war’s nicht im Fernsehen, da hätte man meinen vor lauter Schämen hochroten Kopf auch noch gesehen😀

  7. Bibliophilin November 7, 2010 um 11:41 pm #

    Worüber sprecht ihr hier eigentlich? Klingt auf jeden Fall so interessant, dass ich neugierig geworden bin und um Aufklärung bitte!
    Liebe Grüße
    Bibliophilin😉

  8. Irina [Bücher über alles] November 8, 2010 um 11:58 am #

    Oh, der Lamington sieht ja sowas von unglaublich lecker aus, da läuft mir wirklich das Wasser im Mund zusammen!

  9. Schneewittchen November 8, 2010 um 12:01 pm #

    Ist er auch…hmmmm. Und ganz einfach zu machen. Was mich daran erinnert: Ich hab noch einen übrig. Das wird gleich mein Nachtisch😀

  10. Ada Mitsou November 9, 2010 um 5:29 pm #

    Bis auf die Dörrpflaumen (Ada = kein Fan von Trockenobst) find ich das Menü auch super! Und lecker aussehen tut es auch🙂

  11. Schneewittchen November 9, 2010 um 9:45 pm #

    Die Pflaumen hab ich auch nicht gegessen…ich finde Trockenobst nämlich auch furchtbar😉

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