Yann Arthus-Bertrand: Einer unter 6 Millarden

9 Nov

„Wenn du einen Mann in Anzug und Krawatte siehst, mit seinem Aktenkoffer auf dem Weg zur Arbeit, dann kann er ein größeres Arschloch sein als einer, der ein Stachelhalsband trägt oder lange schwarze Fingernägel hat.“ (Carmen, Spanien)

6 Reporter. 4 Jahre Drehzeit. 75 Länder. 5000 Interviews. 43 Sprachen. 40 Fragen. 3500 Stunden Filmmaterial.

Daraus entstand „Einer unter 6 Millarden“, ein Bildband, der darüber berichtet, wovon Menschen träumen, was sie hoffen und erleben.Dieses Buch ist eine Weltreise auf 300 Seiten. Von China nach Mexiko, von Grönland nach Südafrika – 168.000 Menschen aus 160 Nationen haben an diesem Projekt teilgenommen und sich den Fragen der Reporter gestellt. Die lauteten beispielsweise:

  • Was möchten Sie den Bewohnern unseres Planeten mitgeben?
  • Warum haben Sie Ihr Land verlassen?
  • Wie haben Sie den Krieg erlebt?
  • Was ist Ihre früheste Erinnerung?

Bei vielen Antworten muss man schmunzeln, einige sind sehr traurig, wieder andere kommen uns sehr bekannt vor, manchmal sagen Menschen aus verschiedenen Ländern das komplette Gegenteil – wirklich spannend. Ein Buch, was man nicht schnell herunterlesen kann, für das man Zeit und Muse braucht. Manche Sätze bleiben hängen, man denkt darüber nach und fragt sich, wie man die Frage selbst beantwortet hätte:

Was ist für Sie Liebe? „Heutzutage ist die Liebe in Zeitvertreib. Das ist etwas, das sich im Land verändern könnte und überall auf der Welt. Das ist keine Liebe mehr; Liebe ist zum Beispiel, wenn man alt ist, zu versuchen, den anderen nicht zu wecken, wenn man aufsteht. Das ist Liebe!“ (Maria Teresa, Italien)

Was ist Ihre größte Angst? „Meine größte Angst wäre zu wissen, dass Gott wirklich existiert.“ (Loic, Frankreich)

Was bedeutet Ihnen die Familie? „Ich möchte gerne meine Familienmitglieder auswechseln, ich möchte meine Brüder eintauschen gegen verständnisvollere Brüder, sonst nichts… Eigentlich möchte ich wirklich meine ganze Familie auswechseln.“ (Ismet, Türkei)

Was ist für Sie Glück? „Was braucht man, um glücklich zu sein? Man braucht ein Haus, ein Feld für den Maisanbau und einen Ochsen. Wenn man anbauen kann, was man will, ist man ein glücklicher Mensch. Wenn man nichts anbauen kann, ist man nicht glücklich, sondern unglücklich.“ (Putali, Nepal)

Fällt Ihnen das Verzeihen leicht? „Ich habe schon vielen Menschen verziehen. Ich habe dem verziehen, der mir meine Schuhe gestohlen hat, ich habe dem verziehen, der meine Kinder geschlagen hat, ich habe dem verziehen, der mir schlechte Ware für meinen Laden gegeben hat. Ich habe ihnen allen verziehen. Ich kann sagen, dass ich keinen Feind habe.“ (Majji, Tansania)

Ein Projekt, an dem jeder teilnehmen kann und ein spannendes, unterhaltsames Buch mit 500 Porträts von Menschen aus der ganzen Welt.

 

Ich danke Knesebeck für dieses Rezensionsexemplar!

 

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: