Rebecca James: Die Wahrheit über Alice

19 Nov

„Ich will gerade erwidern, dass Philippa Blödsinn redet, dass Alice exzentrisch sein mag und ein bisschen egomanisch, aber dass sie kein schlechter Mensch und auch nicht krank ist. Und Robbie und ich sind auch keine naiven Idioten. Doch genau in diesem Moment geht quietschend die Tür auf und Alice kommt herein.“

Katherine, eine unscheinbare, 17-jährige Schülerin, lernt die strahlende, beliebte Alice kennen. Bald entwickelt sich zwischen den beiden eine enge Freundschaft, die Katherine die schrecklichen Geschehnisse in ihrer Vergangenheit fast vergessen lässt. Bis Alice ihr wahres Gesicht zeigt und es zu einer Tragödie kommt, die Katherines Leben völlig verändern wird…

Auffällig ist die Wahl des Covers für dieses Buch; es erinnert ganz frappierend an „American Beauty“. Auch „Die Wahrheit über Alice“ beschäftigt sich mit Teenagern und  deren psychologischen Machtspielen. Erzählt wird die Geschichte von Katherine selbst in drei verschiedenen Zeitebenen: Die gemeinsame Zeit mit Rachel, ihrer verstorbenen Schwester, die Entwicklungen danach und schließlich die Gegenwart, in der sie 23 ist. Eine etwas ungewöhnliche Erzählweise, aber durchaus in sich stimmig.

Die Personen an sich sind leider relativ stereotyp angelegt. Katherine macht ihrem Namen (griechisch: die Reine) alle Ehre, sie ist das personifizierte Gute in diesem Roman. Die Ereignisse ihrer Vergangenheit sind zwar tragisch, können aber diesen Eindruck nicht wirklich ändern. Alice hingegen ist das hinterhältige, manipulative Biest. Natürlich gibt es auch den netten Jungen von nebenan, der Alice völlig ergeben ist, obwohl sie ihn mies behandelt. Hier wären einige Facetten schön gewesen. Schwarz und weiß ist meistens nicht so spannend wie diverse Grautöne.

Der Schreibstil an sich gefiel mir recht gut, obwohl er teilweise sehr einfach ist. Dies mag daran liegen, dass Rebecca James die Geschichte ja aus der Sicht einer sehr junge Person erzählen lässt. Leider wechselt sie ab und an scheinbar völlig unmotiviert die Erzählperspektive, was für Verwirrung sorgt und keinen wirklichen Effekt hat. Es erschließt sich auch nicht, warum das Buch in zwei Teile geteilt wurde – in beiden davon gibt es Berichte aus allen drei Zeitebenen.

Man kann „Die Wahrheit über Alice“ durchaus als spannend bezeichnend, auch wenn einige weniger fesselnde Passagen dabei sind. Aber schließlich will dieses Buch in erster Linie ein Roman und kein Thriller sein; ein Anspruch, den die Autorin meiner Meinung nach erfüllt hat. Schade ist, dass sich die Figuren nicht weiterentwickeln. Die 15-jährige Katherine spricht und agiert genauso wie die 23-jährige Mutter Katherine. Teilweise sind die Gedankengänge und Sätze einfach für Leute dieses Alters nicht passend, klingen zu erwachsen. Trotz allem ein Buch, das man gerne und zügig liest, auch wenn das Ende nicht zu überraschen vermag.

Eine Antwort to “Rebecca James: Die Wahrheit über Alice”

  1. Caro Januar 2, 2011 um 2:47 am #

    Mich hat das Ende vorallem schockiert😉 Ich fande das Buch total klasse und konnte es kaum noch weglegen😉

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