30 Minuten Menüs: Teil III

8 Dez

Dem eifrigen Leser wird es aufgefallen sein: Ich habe schändlicherweise letzte Woche nichts aus Jamie Olivers neuestem Kochbuch gebloggt. Zu meiner Verteidigung möchte ich allerdings anführen, dass ich wirklich gar nichts letzte Woche gekocht habe. Nicht mal ein Rührei. Der vorweihnachtliche Stress hat seinen Klauen nach mir ausgestreckt, jawoll! Deswegen folgen jetzt diese Woche Teil III und IV, und falls ich Lust habe und irgendwo Zeit finde, eventuell auch irgendwann V, VI und so weiter, bis ich keine lateinischen Zahlen mehr bilden kann…😉

Um es mit Jamies weiblicher Konkurrenz, Nigella Lawson, zu sagen: What we are cooking today is Hähnchen mit Senfsauce, schnelles Kartoffelgratin, Mangold & Spinat. Die erste, zugegebenermaßen irgendwie dumme Frage, die sich mir stellte, war die nach der richtigen Verwendung der Wörte „Hähnchen“ und „Hühnchen“. Auf meiner Fleischpackung stand Hühnchenbrust…vielleicht weiß da ja jemand besser Bescheid als ich, Ralf Zacherl hatte grade keine Zeit😉

Los ging’s mit dem Kartoffelgratin, das eigentlich auf dem Herd teilweise gekocht werden sollte – das war mir allerdings etwas suspekt, bei mir wanderten die ungeschälten, geschnittenen Kartoffeln samt ihrem Sahne-Öl-Zwiebel-Bad in den Ofen. Dauerte länger, machte aber die obere Schicht schön kross. Eigentlich gehörte noch etwas Parmesan darauf, den ich leider nicht mehr hatte. Kann mir aber vorstellen, dass es zu dieser rustikalen Variante wirklich gut passt.

Es folgte die Schnippelei des Lauchs, der wirklich zu Tränen rührte. Inzwischen wurden die Hühnerbrüste mitsamt Rosmarinzweigen in Olivenöl angebraten. Ich brate eigentlich sehr ungern mit Olivenöl, da man es nicht allzu hoch erhitzen kann. Demzufolge dauerte es auf mittlerer Stufe auch etwas, bis man überhaupt soetwas wie eine leichte Bräunung des Fleisches erahnen konnte. Klappte aber doch noch ganz gut und duftete ziemlich fein…

Der Lauch wanderte in die Pfanne, zusammen mit Sahne, Birnenessig, Gewürzen und einem Löffel körnigem Kremsersenf. Der schmeckt ja schon so himmlisch und verlieh der Sauce einen wirklich phänomenalen Geschmack. Unaufdringlich, aber doch herauszuschmecken. Eine Kombination, die ich auf jeden Fall öfter machen werde. Nebenbei habe ich aus Ermangelung an frischem Blattspinat einfach gefrorenen kurz geköchelt, mit Knoblauch, Muskat und Salz gewürzt. Mangold gibt’s ja auch gerade nicht… kurzerhand wegrationiert😉

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mein kunstvoll arrangierter Teller mir zum Opfer fiel…nachdem ich ihn fotografiert und aufgegessen hatte, stellte sich heraus, dass das Handy wieder mal eine leere Datei gespeichert hat. Großartig. Deswegen seht ihr heute nur die wenig charmant aussehenden Reste – aber geschmeckt hat’s wahnsinnig gut😀 Von der Zeit her wäre ich vielleicht sogar auf 30 Minuten gekommen, wenn ich, wie Jamie verlangt, das Gratin komisch gekocht hätte. So lag ich, dank der Backzeit, bei ca. 45 Minuten, wovon allerdings 20 Rumsitzen und Warten waren😉 Übrigens ist dieses Buch derart detailliert, dass Jamie sogar Anweisungen wie „Danach gründlich Hände waschen!“ gibt. Aber wer weiß, welch schlimme Erfahrungen er in seinem Leben schon mit kochenden Laien gemacht hat…😀

5 Antworten to “30 Minuten Menüs: Teil III”

  1. garda Dezember 8, 2010 um 7:37 pm #

    Bitte stell das nächste mal nicht nur das kommentierte Rezept ein, sondern mir vorher eine Einladung zu. Ich koche gerne mit und den passenden Wein habe ich sicherlich auch da, was deinen superlecker lesbaren Berichte noch einen dezenten Mehrwert verschaffen würde. Man könnte sich ja mit einem Weinhändler verbünden …

  2. Schneewittchen Dezember 8, 2010 um 7:38 pm #

    Ohhh, das ist eine sehr gute Idee! Aber bedenke, dass ich ungern Rotwein trinke…aber dazu passt wahrscheinlich eh Weißwein besser, oder? Ich bin da so ahnungslos, ganz schlimm😀

  3. Ailis Dezember 9, 2010 um 12:19 pm #

    Tze, passen tut, was schmeckt!😉

  4. garda Dezember 9, 2010 um 6:30 pm #

    Da hat die bezaubernde Ailis natürlich recht. In einer Zeit, in der Rotweine auch weiß sein können (Stichwort: Blanc de Noir) verwischen sich alle Grenzen.
    Übrigens würden mir gerade solche, sehr kraftvollen „Weiß“weine durchaus zu diesem würzigen Gericht einfallen aber auch so einige echte Weißweine.
    Ich vermute doch mal sehr, dass wir uns da schon einigen könnten.🙂
    Möchtest du vielleicht solche Rezepte mit Weintipps meinerseits ergänzen? Anbieter sind mir natürlich egal, ich will ja nichts verkaufen. Andererseits könnte man oft auch Tipps geben die man mehr oder weniger bundesweit auch bekommt.

  5. Ailis Dezember 9, 2010 um 7:50 pm #

    Oh, in einen Blanc de Noir habe ich mich kürzlich stürmisch verliebt – mei, war der lecker!

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