Rebbeka Pax: Septemberblut

8 Dez

„Es war Gordon. Schon damals, als er noch ein junger Clanherr war, kannte er kein Halten. Er raubte Vampire, tötete andere auf feige Art und eignete sich auf diese Weise immer mehr Land an. Es dauerte Jahre bis der Rat von Paris beschloss, gegen ihn vorzugehen, und selbst dann schlossen sich nicht alle Clans diesem Vorhaben an.“

Normalerweise lese ich keine Vampirromane, obwohl ich das Thema eigentlich nicht schlecht finde – nach „Twilight“ überschwemmten einfach zu viele nichtssagende, kitschige Nachahmerwerke den Markt. Da sich die Leseprobe bei Vorablesen aber ganz interessant las und eine ältere Zielgruppe anzusprechen schien, freute ich mich, als das Buch schließlich im Briefkasten lag.

Als Amber Connans Bruder Frederik ermordet aufgefunden wird, ahnt sie nicht, dass er einer der größten Vampirjäger war. Er hinterlässt ihr seine mächtigste Waffe, ein Messer, nach dem nicht nur der Vampir Julius Lawhead im Auftrag seines Meisters Curtis sucht, sondern auch Gordon, der gefährlichste Clanchef von allen.

Nachdem sich Amber und Julius auf Frederiks Beerdigung kennengelernt haben, verlieben sie sich ineinander. Auf Befehl von Curtis versieht Julius seine Freundin mit sogenannten Siegeln, die sie an ihn binden. Sie wird seine Dienerin, profitiert von allen besonderen Eigenschaften eines Vampirs, ohne die Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Viel Zeit für Romantik bleibt allerdings nicht, denn es gilt, Gordon und seinen Clan ein für alle Mal zu vernichten. Sowohl Julius als auch Amber, die das mächtige Messer trägt, ziehen in eine blutige Schlacht, die ihr Ende bedeuten könnte…

Die Geschichte wird teilweise aus Julius‘ Sicht erzählt; eine interessante Teilung der Erzählperspektive, die es dem Leser ermöglicht, Julius‘ Gefühle und Gedanken noch intensiver kennenzulernen. Störend waren für mich die zahlreichen Wortwiederholungen, insbesondere Bezeichnungen wie „die Sterbliche“ oder „der Meistervampir“ werden permanent benutzt, um nicht jedes Mal den Namen des Betreffenden sagen zu müssen. Mir persönlich war die Sprache größtenteils auch zu blumig, zu pathetisch – als ringe die Autorin nach Worten, die dem Verhältnis zwischen Amber und Julius gerecht werden könnten und fände keine.

Die Beziehung selbst entwickelt sich rasant, was etwas unglaubwürdig ist. Nach knapp 50 von über 500 Seiten ist Amber bereits Julius‘ Dienern. Der Schock darüber, dass ihre neue Bekanntschaft sie gleich bis fast zur Ohnmacht blutleer trinkt, vergeht auch rasch und steht der beinahe sofortigen Verliebtheit nicht im Wege. Im Gegensatz zum Rest des Buches prescht die Autorin sehr voran; man hat den Eindruck, die ersten Kapitel seien nur ein notwendiges Übel und sie wolle möglichst schnell zum Schlachtengetümmel vordringen. An dieser Stelle wäre eine langsamere Entwicklung schöner gewesen.

Gut gefiel mir, dass Rebekka Pax nicht nur bekannte Vampir-Klischees (keine Sonne, spitze Zähne, wechselnde Augenfarbe, Gedankenlesen) aufgenommen hat, sondern selbst neue Eigenschaften kreierte. So sterben beispielsweise Julius und seine Freunde jeden Abend auf’s Neue, werden starr und erwachen abends mit einem sehr schmerzhaften ersten Herzschlag. Auch die sogenannten Diener sind eine nette Idee, obwohl der Name ihrer Funktion nicht  gerecht wird.

Fazit: Definitiv kein Buch für junge Leser, da es streckenweise wirklich brutal ist. Gut zu lesen, aber teilweise etwas langatmig und mir persönlich in Bezug auf die Liebesgeschichte zu pseudo-dramatisch.


3 Antworten to “Rebbeka Pax: Septemberblut”

  1. Ailis Dezember 8, 2010 um 12:56 pm #

    Zitat: „Der Schock darüber, dass ihre neue Bekanntschaft sie gleich bis fast zur Ohnmacht blutleer trinkt, vergeht auch rasch und steht der beinahe sofortigen Verliebtheit nicht im Wege.“

    Herrlich!😀

  2. Svenja Dezember 8, 2010 um 8:30 pm #

    Mein Exemplar wird wohl die nächsten Tage über bei mir eintrudeln, doch die Freude ist mir aufgrund der Rezi hier nun ein bisschen vergangen … aber mal schauen, Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Auf jeden Fall war Deine Rezension interessant, die Erwähnung eines „Schlachtengetümmels“ schreckt mich ab, sowas mag ich ja gar nicht … nun gut, abwarten. Tee trinken (wärmt ja auch *lach*) …

    Lieben Gruß,
    Svenja

  3. Schneewittchen Dezember 8, 2010 um 10:18 pm #

    Ich wollte dir auf keinen Fall die Lust auf’s Buch verderben😉 Es ist einfach nicht mein Genre, glaube ich, anderen Lesern gefiel „Septemberblut“ echt richtig gut (siehe die Rezensionen auf Vorablesen und Amazon). Dir viel Spaß beim Lesen, ich hoffe, du hast Freude dran!

    Lieben Gruß zurück!

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