Margot Berwin: Hot House Flower

19 Feb

„Ich war der Meinung, ein bisschen Grün für meine vier Wände könnte ganz ersprießlich sein (kleines Wortspiel, haha) und würde ihnen die dringend erforderliche Farbe verleihen, deshalb ging ich über die Straße zum Markt am Union Square, um eine Pflanze zu kaufen.“

Lila Nova, frisch geschieden und plötzlich arbeitlos, hätte sich nicht träumen lassen, dass ausgerechnet der Kauf einer tropischen Pflanze ihrem Leben eine ziemlich rasante Wendung geben wird. Hingerissen von David, dem Pflanzenhändler, lässt sich sich zu einem Fehler hinreißen, der sie schließlich bis nach Mexiko bringt…

Ich habe, zugegebenermaßen, keinen grünen Daumen – Pflanzen überleben bei mir selten länger als ein paar Wochen. Nach dieser Lektüre weiß ich allerdings, dass ich höchstwahrscheinlich einfach die falschen Gewächse ausgewählt und auch schlicht keine Ahnung habe, wie man sie pflegt😉 Wie der Name bereits sagt, dreht sich „Hot House Flower“ nämlich um Pflanzen, genauer gesagt um die „Neun Pflanzen der Sehnsucht“, die da sind: Gloxinie, Palmfarm, Kakaobaum, Prunkwinde, Hanf, Maiglöckchen, Alraune, Chicorée, Stechapfel und eine geheimnisvolle zehnte, die man im Laufe des Buches kennenlernt. Klingt nach einem Roman für Hobbygärtner? Auch, aber nicht nur.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten befindet sich Lila in New York, im zweiten schließlich in Mexiko. Der Gegensatz könnte nicht größer sein, genau wie der zwischen Lila und dem geheimnisvollen Armand, dem sie durch ihre neu entdeckte Leidenschaft für David sehr geschadet hat. Gemeinsam machen sich beide auf den Weg  in den Regenwald von Yucatán, damit Lila dort die neun Pflanzen finden kann. Allerdings ist sie nicht die Einzige, die hinter den Gewächsen her ist…ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Eines sollte man wissen, bevor man dieses Buch liest: Es ist ein bisschen mystisch, was ich normalerweise überhaupt nicht mag. Aber hier stimmt die Mischung, denn Stadtpflanze Lila sorgt dafür, dass es kein esoterischer Humbug wird, sondern man einfach eine interessante, andere Welt kennenlernt – wenn man sich darauf einlässt und sich nicht permanent selbst sagt, wie unwahrscheinlich das doch alles ist. Zwei wesentliche Kritikpunkte stellen für mich das Ende sowie die Charaktere dar. Der Schluss des Buches ist, gelinde gesagt, Kitsch as Kitsch can, was viel vom Zauber der Geschichte raubt. Die Personen bleiben, mit Ausnahme von Lila, relativ undurchsichtig und schemenhaft. Lila selbst ist eigentlich recht sympathisch, definiert sich für meine Begriffe aber einfach nur über Beziehungen. Ihr einziges Ziel scheint es zu sein, männliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und möglichst schnell Ersatz für den abhanden gekommen Ehemann zu finden.

Ein leicht zu lesendes Buch mit einigen stilistischen Schwachstellen, aber nichtsdestotrotz gefiel es mir wirklich recht gut. Vielleicht einfach deshalb, weil es mal etwas völlig anderes war? Insofern kann man es empfehlen, wenn man an einem kalten Tag mal etwas in die mysteriöse Hitze Mexikos abtauchen will und lockere Unterhaltung sucht.

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