Leipziger Buchmesse

22 Mrz

Seit langem war ich dieses Jahr wieder einmal auf der Leipziger Buchmesse. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen ging es am Donnerstag in aller Frühe und im ekligsten Wetter los. Bewaffnet mit unserem Programmheft zogen wir also los…

Es gibt ja jedes Jahr die gleiche Diskussion im Vorfeld: Welcher Tag ist der günstigste? Eine Antwort wird man vermutlich niemals finden, denn der Donnertsag („Da müssen doch die meisten schließlich arbeiten!“) entpuppte sich als Tag der Schulklassen. Massen von Bussen karrten sie vor den Eingang, von wo aus sie sich desinteressiert, aber durchaus lautstark in alle Richtungen schoben. Ich weiß jetzt, warum wir in diesem Alter niemals mit unseren Lehrern zur Buchmesse fahren mussten😉 Unsere Lehrer hätten sich ziemlich geschämt, wenn wir frech zu Piper marschiert wären, „Haben Sie was gratis?“ gefragt und die uns präsentierten Bücher dann mit „Wie, nix besseres?“ kommentiert hätten. Ja, da kommt Freude auf…

Und auch sonst waren wir bereits nach den ersten zwei Stunden ziemlich geschafft: Beim Blauen Sofa des ZDFs, wo wir Simon Beckett anhören wollten, fand offenbar eine Dauerbelagerung statt. Die funktioniert so, dass perfekt ausgestattete ältere Ehepaare mit akribischen Zeitplänen ihren einmal erkämpften Platz nie wieder verlassen. Einige Damen wussten überhaupt nicht, wer Simon Beckett ist – egal, nach ihm kam ja dann Kurt Biedenkopf, unser aller Ex-Landesvater, sowie einige andere, wozu also anderen auch die Chance bieten? Leider muss ich sagen, dass die Qualität der Interviewer doch sehr stark schwankte. Folglich erwies sich das Gespräch mit Biedenkopf dann tatsächlich interessanter, da sich dort eine lebhafte Diskussion entwickelte, während bei Simon Beckett einfach stur eine Frage nach der anderen folgte. Vermutlich hätte die Dame auch dann noch unbeirrt einfach vom Zettel abgelesen, wenn er dort seine Kandidatur zum neuen Premier von Großbritannien verkündet hätte.

Eine der Lesungen fiel leider komplett aus, weshalb wir dann schon früher in der Magnolienallee, dem Ort für die Preisverleihung, waren. Nützte trotzdem nichts, denn außer dem abgesperrten Pressebereich (28 Stuhlreihen) gab es für den gewöhnlichen Besucher im Umkreis von 100 Metern keinen Stuhl, abgesehen von 20 Stühlen hinter diesem VIP-Bereich. Die waren natürlich schon 90 Minuten vor Beginn von mit Regenschirmen ihr Territorium verteidigenden Rentnern besetzt😉 Wir vertrieben uns also die Zeit, um auf die Gewinner zu wetten, und hatten tatsächlich zweimal (Übersetzung, Sachbuch) recht. Aber ganz ehrlich: Wer hätte damit gerechnet, dass Clemens J. Setz gewinnt? Keiner, von daher zählt das ja sowieso nicht😀

Die restliche Stunde haben wir dann damit verbracht, die diversen Verlage nett nach Gratis-Exemplaren zu fragen und tatsächlich auch eine große Auswahl zu bekommen. Besonders gefreut habe ich mich über „Das Mädchen meines Herzens“ von Buddhadeva Bose, was ich immer schon haben wollte. Zwei habe ich bereits gelesen, „Love in the City – Sophie Hirsch und der 30. Geburtstag“ (Anna Frohmader) und „Der will doch nur spielen“ (Meg Cabot). Ja, sie sind beide pink😉 Das Tagebuch von Sophie, das anscheinend irgendwie auszugsweise in der BILD erschienen ist, war absolut nicht mein Geschmack, das andere gefiel mir tatsächlich sogar ganz gut.

Tja, Fazit? Es war ein interessanter, sehr langer Tag, an dessen Ende wir mit Kopfweh (der Geräuschepegel ist irre) und schmerzenden Füßen gerade rechtzeitig zu Germany’s next Topmodel wieder zuhause waren😉 Wir haben eine Menge kleine Verlage kennengelernt und sehr nette Autoren getroffen (Sonya Kraus ist in echt grade mal so groß wie ich, ha😀 ), aber es war, wie immer, viel zu viel für einen einzigen Tag. Trotzdem hat es echt Spaß gemacht – und nächstes Jahr überlegen wir dann erneut, ob der Donnerstag wirklich so eine gute Wahl ist…😉

4 Antworten to “Leipziger Buchmesse”

  1. Charlene März 23, 2011 um 8:29 am #

    Schade, dass wir uns nicht gesehen haben. Na ja, vielleicht beim nächsten Mal.
    Liebe Grüße
    Charlene

  2. Marie März 23, 2011 um 9:31 am #

    Haben wir vielleicht unbewusst😀 Aber es war ja, wie gesagt, eine sehr spontane Entscheidung, ich persönlich wäre lieber am Freitag gefahren…und am Mittwochabend stellte sich raus, dass ich am Freitag doch keine Zeit haben würde. Blöd. Aber vielleicht in Frankfurt dann?

  3. Aiyana März 23, 2011 um 11:39 pm #

    Hallöchen!😀

    Schau mal hier: http://buecher-seele.blogspot.com/2011/03/schokolade-fur-japan.html

    Liebe Grüße
    Aiyana

  4. lesenslust April 4, 2011 um 2:46 am #

    Wie neidisch ich bin. Da wär ich auch so gerne hingefahren. Aber bei den utopischen Flug- und Übernachtungspreisen hab ich mir das dann doch verkniffen. Vlg Steffi

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