Lucinda Riley: Das Orchideenhaus

5 Sep

„Beim Anziehen lächle ich, einfach nur, weil ich in Wharton Park sein darf. In seiner Pflegebedürftigkeit und Unberechenbarkeit erinnert das Anwesen mich an ein Kleinkind, das nicht genug Aufmerksamkeit von seiner Mutter erhält, aber so reizend ist, dass niemand sich seinem Charme entziehen kann.“

Julia Forrester, begnadete Pianistin, kehrt nach dem Tod ihres Mannes und des gemeinsamen Sohnes zurück nach Norfolk. Bei einer Auktion trifft sie Lord Christopher Wharton wieder, dem nun das Anwesen gehört, auf dem Julias Großeltern über 50 Jahre lang als Dienstboten gearbeitet haben. Als sie auf ein altes Tagebuch stößt, kommt Stück für Stück das streng gehütete Familiengeheimnis ans Licht…

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Wenn du das magst, magst du auch…

2 Sep

Vielleicht kennen einige ja diese Radiosendung, wo man dem Moderator einige Bands nennt, die man mag und dann einige Vorschläge für Newcomer oder relativ unbekannte Interpreten bekommt.

Etwas in der Art bietet auch gnod an, nicht nur für Musik (http://www.gnoosic.com/faves.php), sondern auch für Literatur (http://www.literaturlandkarte.de/).  Mit dieser netten Spielerei kann man sich nicht nur den halben verregneten Nachmittag lang beschäftigen, sondern tatsächlich einige interessante unbekanntere Interpreten oder Autoren entdecken. Oder hättet ihr gewusst, wer „Hot Chelle Rae“, „Young and divine“ oder „3oh!3“ sind? Eben.

Daisy Goodwin: My last duchess

19 Aug

„In the Blue Room, Cora Cash was trying to concentrate on her book. Cora found most novels hard to sympathise with – all those plain governesses – but this one had much to recommend it. The heroine was ‚handsome, clever and rich‘, rather like Cora herself. But Emma Woodhouse was motherless which meant, thought Cora, that she was handsome, clever, rich and free. That could not be said of Cora.“

Geld oder Liebe? Das ist hier die Frage…

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Brendan Halpin: Song about you

14 Apr

„Es regnet, Philippa friert. Und nur für eine Minute tritt sie innerlich einen Schritt zurück und hasst das Bild, das sie abgibt: eine jämmerliche, arbeitslose Idiotin, die wie ein Köter auf die Straße kotzt, mit einem sogenannten Freund, dem sie egal ist, einer Mutter, die ihr egal ist, und keiner Zukunft außer dem Weg, der zum Krankenhaus führt.“

Philippa und Mark kennen sich nicht, aber leider kennt jeder sie, da ihre Expartner sie in zwei Songs verewigt haben, die alles andere als schmeichelhaft sind. Raquel besingt Marks jämmerliche Qualitäten als Liebhaber, Trevor rechnet mit Philippa ab, die ihn betrogen hat. Nicht gerade die Art von Ruhm, die man sich wünscht…

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Rainer Moritz: Madame Cottard und die Furcht vor dem Glück

2 Apr

„Nathalie fuhr sich mit dem Handrücken übers Gesicht, begann zu schluchzen und von ihrer abgebrochenen Ferienreise zu erzählen. Ich habe Angst, Josette, ich will nicht, dass alles zu Ende ist, bevor es angefangen hat. Es war so entspannt in der Bretagne. Ich habe tagelang kaum an meine Mutter gedacht, ja, das klingt herzlos, ich weiß, aber wir sind ja ans Meer gefahren, um uns den Kopf durchpusten zu lassen und zu überlegen, was wir mit diesem neuen, frischen Leben anfangen sollen.“

Es ist faszinierend, wie man bereits am Schreibstil des Autoren erkennt, wo dieses Buch spielen muss. Die Sprache versetzt den Leser schon nach wenigen Zeilen direkt nach Frankreich, man hört förmlich Chansons und möchte am liebsten sofort einen Flug nach Paris buchen. Ein sprachlich sehr schöner Roman, auch wenn ich persönlich die Abwesenheit von Anführungszeichen immer etwas anstrengend finde.

Besonders macht dieses Buch auch, dass Nathalie und Robert bereits über 40 sind. Sie stehen beide fest im Leben, eigentlich fehlte ihnen doch nicht wirklich etwas, alles verlief in festen Bahnen, die Probleme waren überschaubar – und nun sehen sie sich mit einer unverhofften, aufregenden, aber auch sehr verunsichernden neuen Situation konfrontiert. Insbesondere für Nathalie wird die unfreiwillige Fernbeziehung zu einer harten Prüfung, als sie die neu gewonnene Nähe so schnell verliert, wie gekommen ist. Ein schöner, leiser Roman der es schafft, nicht in lächerlichem Kitsch zu versinken.

Leipziger Buchmesse

22 Mrz

Seit langem war ich dieses Jahr wieder einmal auf der Leipziger Buchmesse. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen ging es am Donnerstag in aller Frühe und im ekligsten Wetter los. Bewaffnet mit unserem Programmheft zogen wir also los…

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David Abbott: Die späte Ernte des Henry Cage

15 Mrz

„Der Hörer fiel ihm aus der Hand und knallte auf die Steinplatte. Er hob ihn auf, aber die Leitung war tot. Als sein Sohn zwanzig Minuten später mit Beth eintraf (so lange brauchte man, um gemächlich von einem Haus zum anderen zu fahren), fand er seinen Vater auf dem Küchenboden sitzend vor, wie er das kaputte Telefon in den Händen wiegte und leise weinte.“

Henry Cage, Star der Werbebranche, geht endlich in den, wie alle Kollegen nicht müde werden zu betonen, wohlverdienten Ruhestand. Trotz seines oberflächlich erfolgreichen Lebens merkt Henry erst jetzt, wie einsam er wirklich ist.

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